Alpengarten am Schachen

Heimische Alpenpflanzen und Raritäten aus dem Himalaja

Seit mehr als 100 Jahren betreut der Botanische Garten München-Nymphenburg eine Außenstation im Wettersteinmassiv: den Alpengarten auf dem Schachen. Die Lage auf 1.860 m Höhe ermöglicht die Kultur von über 1.000 Pflanzenarten aus den verschiedensten Hochgebirgen, von den heimischen Alpen bis zum fernen Himalaja. Betreut wird der Alpengarten von Mitte Juni bis Anfang September durch Personal des Botanischen Gartens München-Nymphenburg.


Öffnungszeiten & Eintrittspreise

Der Alpengarten ist vom 15. Juni bis 7. September 2022 geöffnet. Während dieser Zeit ist er täglich von 8 bis 17 Uhr zugänglich. Das Königshaus am Schachen ist seit dem 1. Juli 2022 geöffnet.

Eintrittspreis: 3,50 €
Alpengartenführung: 25 € (max. 12 Personen pro Führung, Voranmeldung erforderlich)

Lage

Zwischen der oberen Isar und der oberen Loisach, etwa 90 km südlich von München, erhebt sich das Wettersteingebirge. Eines der beiden großen Täler im Herzen des Wettersteingebirges ist das Reintal, an dessen Südflanke, auf 1.860 m Höhe, der Alpengarten auf dem Schachen liegt.

Aufstieg zum Schachen

Zum Alpengarten auf dem Schachen gelangt man über drei verschiedene Aufstiegswege:

1. Ab Schloss Elmau (Wanderparkplatz)

Die am häufigsten genutzte Route beginnt am Wanderparkplatz bei Schloss Elmau (1.010 m). In südwestlicher Richtung geht es zunächst am Kaltenbach entlang und dann auf den bewaldeten Königsweg. Kurz vor der bewirtschafteten Wettersteinalm (1.465 m) biegt der Weg in Richtung Schachen nach rechts ab (beschildert).

AnfahrtTourdaten
Bahnhof Klais (zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald); von dort auf der Privatstraße nach Schloss Elmau; Wanderparkplatz 1 km westlich von Schloss Elmau.– Gehzeit: 3 bis 3,5 Stunden
– Strecke: knapp 10 km
– Höhenmeter: 850 m, ohne größere Steigungen

Variante zu 1: Direkt hinter der Wettersteinalm führt ein Pfad in die Nadel, ein locker bewaldetes Tal, das zum sattelförmigen Schachentor aufsteigt. Vom Schachentor bietet sich ein einzigartiger Ausblick auf das gesamte Schachengebiet. Der Weg setzt sich nun über einen ausgedehnten Schuttkegel unterhalb des Frauenalplkopfes fort. Im Aufstieg zum Schachentor gibt es ein paar steilere Serpentinen. Wegen fehlendem Schatten im Hochsommer, sollten Wander:innen die Mittagszeit meiden. Der Pfad über den Schuttkegel ist nicht befestigt, weswegen festes Schuhwerk unbedingt erforderlich ist.

2. Durch die Partnachklamm

Anstrengendere Partien enthält der landschaftlich sehr reizvolle Aufstieg zum Schachen durch die Partnachklamm und über den Kälbersteig. Nach dem Passieren der 700 m langen Klamm folgt man der Partnach und überquert den von links mündenden Ferchenbach. Auf dem gegenüberliegenden Ufer stößt man auf eine Forststraße, die man schräg nach links überquert. In dem steilen, bewaldeten Hang beginnt der beschilderte Aufstieg über den Kälbersteig. In 1.660 m Höhe mündet der Kälbersteig in den Königsweg, dem man nach rechts folgt.

AnfahrtTourdaten
Parkplatz am Olympia-Skistadion in Garmisch-Partenkirchen (mit dem Auto: rechts vor dem Ortsende in Richtung Mittenwald; mit öffentlichen Verkehrsmitteln: vom Bahnhof Garmisch-Partenkirchen mit der Buslinie 1 oder 2 in Richtung Kreiskrankenhaus).– Gehzeit: 4 bis 4,5 Stunden
– Strecke: 9 km
– Höhenmeter: 1.150 m, steile Abschnitte im Kälbersteig

Variante zu 2: Man folgt weiter der Partnach, die man zweimal auf Brücken überquert. Kurz nach der zweiten Brücke biegt man linker Hand in das Oberreintal ab. Nach einem Aufstieg im Wald erhebt sich vor einem das Teufelsgsaß mit seinen fast burgartigen Vorsprüngen. Der Weg in diese Steilwand zweigt noch vor Erreichen des Oberreintals nach links ab (beschildert). Man erreicht das Plateau des Schachen knapp neben dem Aussichtspavillon. Vor allem bei nassem Wetter ist Trittsicherheit erforderlich. Vorsicht ist insbesondere an überrieselten Stellen und Holzstegen geboten, die mit Seilsicherungen versehen sind.

3. Ab Mittenwald

Auch von Osten her führt ein Wanderweg zum Schachen. Er beginnt am westlichen Ortsende von Mittenwald und führt am Lautersee und Ferchensee vorbei. Der durchgehend bewaldete Bannholzweg endet in 1.260 m Höhe am Königsweg, auf dem man seine Wanderung nach links in Richtung Wettersteinalm fortsetzt.

AnfahrtTourdaten
Mit dem Zug oder dem PKW nach Mittenwald. – Gehzeit: 4 bis 4,5 Stunden
– Strecke: 13 km
– Höhenmeter: 950 m, ohne größere Steigungen


Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten

Wettersteinalm

Die im Jahre 1396 erstmals erwähnte Wettersteinalm liegt auf 1.464 m. Der urige Gastraum der Alm wird heute noch mit einer offenen Feuerstelle beheizt. Der Ausblick auf die Wettersteinwände lädt zu einer Ruhepause und deftigen Brotzeit ein, bevor die letzte Etappe bevorsteht.

Schachenhaus und Königshaus

Das Schachenhaus – eine im Jahr 1870 erbaute Berggasthütte – liegt nur wenige Meter weit unterhalb des sehr auffälligen und einzigartigen Königshauses. Dieses wird auch als Schachenschloß bezeichnet und war das Rückzugsdomizil von Ludwig II.

Das Schachenhaus diente ursprünglich als Versorgungshaus für das Königshaus. Die Unterkunft ist eine beliebte Raststätte für Besucher:innen des Alpengartens sowie für Wander:innen, die in kleinen Zimmern oder im Matratzenlager übernachten möchten. Seit 14 Jahren ist Familie Leitenbauer aus Farchant Pächter der Berggaststätte am Schachen.


Wanderbegleiter

In Form von zwei Wanderbegleitern wollen wir Ihnen die Vegetationstypen im Schachengebiet entlang der zwei meistbegangenen Routen mit charakteristischen, leicht erkennbaren Pflanzenarten vorstellen.

Wanderbegleiter | Wettersteinalm

In diesem Wanderbegleiter werden Ihnen Pflanzenarten aus den Lebensraumtypen vorgestellt, die Sie auf Ihrem Weg zur Wettersteinalm durchqueren werden.

Wanderbegleiter | Meilerhütte

In diesem Wanderbegleiter werden Ihnen Pflanzenarten aus den Lebensraumtypen vorgestellt, die Sie auf Ihrem Weg zur Meilerhütte durchqueren werden.

Weiterführende Informationen

Kleine Zeitreise durch den Alpengarten am Schachen

Mit Fotos und Zitaten aus der über 100jährigen Geschichte des Alpengartens möchten wir Sie auf einer kleinen Entdeckungsreise in die Vergangenheit begleiten.

Übersicht | Arktisch-alpine Gärten in Europa

Arktisch-alpine Gärten sind über ganz Europa verteilt, von der Tundra Russlands bis zum Ätna. Alleine das Alpengebiet beherbergt über 25 dieser einzigartigen Pflanzensammlungen.